Samstag, 10. November 2012

Es ist ein Kleid geworden

Das war zwar auch der Plan, aber da ich auf die Schnelle nur 2 m Stoff gekauft hatte, war ich nicht ganz sicher, ob das klappt.


Als ich den Stoff meiner Tochter zeigte, meinte sie: "Das ist so ein Stoff aus dem ältere Frauen immer  Kleider haben." Als ich das Kleid fertig hatte, meinte sie: "So ein Kleid hast du doch schon."
Hmm...
Ich habe das Kleid dann trotzdem angezogen und siehe da: Es gab ganz unverhofft Komplimente und zwar von Männern und nicht etwa von nähbegeisterten Frauen.  Das hat mich irgendwie an etwas,  erinnert, das ich mal in einem Ratgeber für sparsame Hausfrauen gelesen habe: "Wenn der Stoff von guter Qualität und der Schnitt kleidsam ist, wird  der Mann nicht bemerken, dass das Modell schon aus der letzten Saison ist."

Ich finde sowohl Stoff als auch Schnitt schön. Der Stoff ist ein bedruckter und schwarzbeflockter dunkelblauer Jersey und ein 5,--€/m Schnäppchen vom Stoffmarkt. Der Schnitt ist Onion 2035 mit selbstgebasteltem Oberteil. Ich finde Wickeloberteile ganz kleidsam (s.o.) und habe auch T-Shirts schon so verändert. Das ist ganz einfach, man darf das Vorderteil nur nicht im Stoffbruch zuschneiden sondern muss den Halsauschnitt ab Schulter in einer schrägen oder leicht gebogenen Linie über die vordere Mitte hinaus und bis zur Mitte der Passenansatznaht neu zeichnen. Dann die Schulternähte schließen, die Vorderkante und den rückwärtigen Halsauschnitt zusammen mit einem leicht gedehnten Streifen Rippenstrick o.ä. einfassen und die Vorderteile so übereinanderlegen, dass Mitte auf Mitte trifft. Gut feststecken oder nähen und dann wie gewohnt das Unterteil ansetzen.
Der umhäkelte Kleiderbügel ist übrigens mein schrillster: Schwarz und rosa Polyirgendwas - schön und zweckmäßig. Ich habe ihn (und noch viele andere)  im Altersheim von einer alten Dame geschenkt bekommen, die als Kind noch den Kaiser gesehen hat.

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