Donnerstag, 14. März 2013

Sendepause

Leider bin ich vorgestern auf einer vereisten Stelle, die durch die Schneeschicht nicht erkennbar war, mit dem Fahrrad gestürzt und habe mir dabei den Arm gebrochen. Stricken, sticken, nähen, häkeln - das ist alles im Moment nicht möglich und darum gibt es hier nun auch erstmal nichts zu sehen.
Ich lege nun gezwungenermaßen die Beine hoch ( das hat ja auch was...) schau mir sämtliche blöden Fernsehserien an und lese all die Bücher, die ich in den letzten Jahren so geschenkt bekommen habe. Bis denne.

Sonntag, 10. März 2013

Lieblingsbild

Getreu dem Motto "Das Bild entsteht im Auge des Betrachters" mag ich es, wenn meine Bilder Raum für eigene Interpretationen lassen, zum Nachdenken und/ oder zum Schmunzeln anregen und Menschen sich irgendwie  dort wiederfinden. Verblüfft bin ich aber oft, wie unterschiedlich die Interpretationen ausfallen und wie wenig sie mit meinen Gedanken zu tun haben - aber so soll es ja auch sein.


Überraschend heftig waren oft die Reaktionen auf dieses Bild: Da wurde ich schon gefragt, warum das Kind dort oben ist ( das geht doch gar nicht!), warum es eine weiße Flagge dabei hat und ob das etwa eine Leine sein soll.


Tja, und was soll ich dann dazu sagen? Ich will doch niemandem meine Interpretation aufzwingen und finde eigentlich, wenn jemand mit einem Bild nichts anfangen kann, dann soll er es bleiben lassen. oder?

Zu dem Pärchen auf dem Bild kann ich aber Einiges erzählen: In unserem Keller steht ( neben vielen anderen Dingen, wie aufmerksame LeserInnen mittlerweile wissen) eine große, hässliche, braune Kiste, die randvoll mit Fotos ist. Diese Kiste ist nach dem Tod der zweiten Frau des Opas meines Mannes bei uns gelandet. Genau genommen hat mein Mann die Kiste geerbt -  warum auch immer.

Bis auf den Grund der Kiste sind wir noch nicht vorgedrungen - ich hege auch immer noch die stille Hoffnung, dass doch noch ein echter Schatz in dieser Kiste verborgen ist und den möchte ich mir für ganz schlechte Zeiten aufbewahren. Manchmal krame ich aber doch schon mal ein bisschen in den Fotos, die fast ausschließlich mir völlig fremde Menschen zeigen und so eben auch das Paar, das dann irgendwann auf meinem Bild gelandet ist.
Mein Mann vermutet, dass es sich bei selbigem um seine "Stiefoma" in jüngeren Jahren mit einem ihrer früheren Männer handeln könnte. Das hört sich kompliziert an - ist es auch: Die "Stiefoma", ich glaube sie hieß Amelie, ist um 1900 als behütete "höhere" Tochter irgendwo am Rhein aufgewachsen. Wie wahrscheinlich damals ganz üblich, hat sie nie einen richtigen Beruf gelernt, sondern ihre Versorgung durch die Heirat mit einem älteren wohlhabenden Mann gesichert. Da der Geehelichte wie gesagt schon älter war, ist er ihr irgendwann weggestorben und sie hat nach bewährtem Muster einen anderen und nach dessen Ableben noch einen anderen geheiratet. Ende der 60-er war sie gerade wieder einmal Witwe und hat damals zufällig ganz klassisch während einer Kur den Opa meines Mannes kennengelernt, der ebenfalls kurz zuvor Witwer geworden war. Der Opa hat dann ihretwegen alle Zelte hier im Norden abgebrochen und ist zu ihr in die Alpen gezogen, wo sie von einem ihrer früheren Männer ein Haus geerbt hatte. Der Opa war ein "zäher Knochen" und ist über 90 Jahre alt geworden -nichts desto Trotz hat sie auch ihn überlebt, denn alte Gewohnheiten legt man nun mal nicht so einfach ab. Da Amelie nie eigene Kinder hatte und es auch sonst keine Angehörigen mehr gab, haben wir auch sie hier beerdigt und übrig geblieben von ihr ist nur die Kiste mit den Fotos.